Mit dem Körper Zwiesprache halten

Auch Farben unterstützen uns. Gelb – hier das der Sumpfdotterblume – schenkt uns das Gefühl von Licht, Leichtigkeit und Zuversicht. Nähre deine Seele mit den Farben des Frühlings.

Hilflosigkeit, Angst und Verzweiflung begleiten uns in diesen Zeiten großer Verunsicherung. Sie wollen an die Hand genommen werden von Eigenmacht, Selbst-Bewusstsein und Hingabe. Wir haben zahlreiche Möglichkeiten, uns auf allen Ebenen zu stärken, den Kontakt zu halten zur Natur, zu unseren Mitmenschen, zu unserer Essenz und Lebendigkeit, zu unserem Körper. Avesta, Mitbegründerin des Frauenbildungszentrums Arkuna, schlägt zum Beispiel vor eine

Meditation für unser Immunsystem

Ausgangspunkt:
Mutter Natur hat uns vorzüglich mit allem ausgestattet, was wir für ein gesundes Leben brauchen. Auch dann, wenn wir an der einen oder anderen Stelle eine körperliche Beeinträchtigung haben oder wenn wir aktuellen Coronastress erleben, sind wir dennoch mit einem im Prinzip widerstandsfähigen Körper und mit einem innovativen Immunsystem beschenkt worden.

Unser Körper hilft uns am liebsten beim Gesundbleiben oder Gesundwerden, wenn wir Zwiesprache halten mit ihm. Es ist medizinisch nachgewiesen, wie wirksam wir uns selbst in Zeiten des Stresses unterstützen können, wenn wir mit unserem Körper kommunizieren. Es ist nachgewiesen, und sogar mit einem Medizinnobelpreis geehrt worden, dass unsere Zellen unseren Gedanken lauschen. In diesem Sinn möchte ich dich zu einem Zuwendungsakt zu deinem Körper und deinem Immunsystem einladen.

Sitzen (oder liegen), bewusst spüren, atmen …

Wende dich deinem Knochengerüst zu, deinen Knochen und Knochenmark, das wunderbare Bestandteile vom Immunsystem erschafft, die weißen Blutkörperchen mit ihren T-Helferzellen.

Spüre deine Knochen und stelle dir ihre Aktivität vor: wie sie dauernd neue T-Helferzellen erschaffen, die Viren und Bakterien aufspüren, aufessen und verwandeln. Deine T-Helferzellen sind andauernd damit beschäftigt, dich gesund zu halten. Spüre das und schicke ein warmes Gefühlt an deine Knochen, das Mark und die T-Helferzellen.

Dann wende dich deiner Milz zu, die inmitten des Oberbauches sitzt. Sie unterstützt fortwährend das Knochenmark im Aufspüren und verwandeln von allem, was uns schaden könnte. Sie erschafft auch wunderbare Abwehrzellen, die Dir helfen, gesund zu bleiben, egal mit was du umgeben bist. Spüre und anerkenne sie.

Nun bedenke deine Thymusdrüse mit deiner Zuwendung: sie ist genau in der Mitte hinter dem Brustbein, ein Stück unterhalb der Kehle. Die Thymusdrüse erschafft deine Lymphozyten, mit denen dein Immunsystem alle Erreger in deinem Körper aufspürt, die dir schaden. Die Lymphozyten fressen fremde Invasoren einfach auf, und helfen dir dabei, mit Infektionen fertig zu werden. Schicke diesen deinen Körper fortwährend durchstreifenden Lymphozyten wohlwollende Gedanken…

Und nun wende dich deinem Bauch zu, deinem Darm, der mit seinem reichlichen Lymphgewebe auch fortwährend damit befasst ist, dich zu unterstützen. Auch dein Lymphsystem arbeitet Tag und Nacht daran, dass du gesund bist oder wieder gesund wirst. Spüre dein Lymphsystem im Bauch, stelle es dir vor in deinen Gelenken, wie es dich fortwährend durchströmt und alles mit nimmt, was nicht zu dir gehört. Schicke liebevolle Gefühle zu deinem Lymphsystem.

Und nun wende dich nochmals deinem Körper als ganzem zu, und vergegenwärtige dir, mit welcher Treue und mit welcher Kraft er dir täglich dient, dich schützt, dich gesund erhält. Oder dir verlässlich auch kranke Phasen durchzustehen hilft.

Spüre Dankbarkeit für diese Basis deines Lebens, die dich trägt.

Lass deinen Dank durch dein Knochenmark strömen und durch dein Lymphsystem, in deinem Bauch und durch deine Milz, durch deinen ganzen Körper.

Spüre dankbar deine Widerstandsfähigkeit. Spüre die wunderbare Kraft deines Körpers. Er tut alles dafür, dass du weiterhin gesund bist oder wieder gesundest, wenn dir Krankheitserreger zusetzen. Danke ihm dafür.

Denke daran: Alle deine Zellen lauschen auf deine Gedanken. Sie reagieren auf Zuwendung.

Komme zurück …

Vielen Dank fürs Teilen, Avesta.

Frei-Raum

Die jungen Musiker, die im Grüngürtel locker leichten Jazz spielten, der Obdachlose, der von einem Straßenjongleur so begeistert war, dass er ihm ein paar Cent gab, die Baumfreundin, die die alte Esche besuchte, berührten gestern an einem Tag strahlenden Sonnenscheins mein Herz. Heute sind die Wiesen menschenleer, der Himmel ist grau, es regnet in Strömen. Ich gehe mit dem Sein in seinem stetigen Wandel. Das kommunikative Rotkehlchen vor meinem Fenster singt unverdrossen weiter und doch immer wieder anders seine Frühlingslieder und unterhält sich auch mit den Krähen aus der Nachbarschaft. Die kleinen Momente zu ehren und dafür zu danken, ist ein gutes Mittel, dem Leben und mir Frei-Raum zu geben.

Die US-amerikanische Psychotherapeutin Virginia Satir hat einmal „Fünf Freiheiten“ formuliert, die wir auch in diesen Zeiten der Beschränkungen leben und ausprobieren können:

Die Freiheit zu sehen und zu hören, was im Moment wirklich ist – anstatt das, was sein sollte, gewesen ist oder erst sein wird.

Die Freiheit, das auszusprechen, was ich wirklich fühle und denke – und nicht das, was von mit erwartet wird.

Die Freiheit, zu meinen Gefühlen zu stehen – und nicht etwas anderes vorzutäuschen.

Die Freiheit, um das zu bitten, was ich brauche – anstatt immer erst auf Erlaubnis zu warten.

Die Freiheit, in eigener Verantwortung Risiken einzugehen – anstatt immer nur auf Nummer sicher zu gehen und nichts Neues zu wagen.

Wurzel der Ahnen

In einer langen Reihe stehen die Ahnen hinter mir. Meine Eltern, meine Großmütter und meine Großväter… die Namen verblassen, die Gesichter verschwimmen, die Linie windet sich hinein in mythische Zeiten. Sie verwandelt sich in eine mächtige Wurzel in die Erde, sie hält mich und sie erinnert mich. Ihre Liebe und ihre Weisheit sind grenzenlos – bei allem Schmerz, bei allem Leid. Trauer und Freude vereinen sich in einem behutsamen Tanz von Tod und Leben. Im Dunkeln schicken winzige Funken ihr Licht durch die Schleiher von Tränen und Wut. Die Ahnen führen mich ins Land ihrer Träume. Sie kennen den Weg ins Land meiner Seele. Sie wissen um ihre und meine Natur, die ich mehr und mehr er-ahnen kann.

Herbst-Neu-Mondin

Sich an den Geschenken des Lebens freuen, ist ein starker Schutz fürs Immunsystem

Das Eichhörnchen flitzt über die Straße,

die Sittiche schütteln uns die letzten Walnüsse vom Baum.

Frau Mondin verschwindet

und webt im Dunklen feine Schutzhemden

für die Herzen, die sich ihr öffnen.

Für die anderen ebenso.

Die Erde zieht sich zurück

und braut in ihrem unsichtbaren Kessel

den Zaubertrank für das, was wachsen will.

Es ist Herbst.

Zeit, das Neue zu erträumen.

Gedankenleer

Mit der Natur spielen

Ich rase am Morgen in Eile mit dem Rad durch die Roßkastanienallee, vor mir knallen die Früchte der hohen Bäume auf den staubigen Boden, ich weiche ihnen erst aus und halte schließlich an. Die frisch gefallenen Kastanien leuchten im frühen Sonnenlicht, an einem dieser magischen Tage, an denen der Sommer dem Herbst die Hand reicht. Ich hebe eine Kastanie auf, kugele sie in meiner Handfläche. Die glatte Schale ist geschmeidig, ich bücke mich zur nächsten Frucht. Nach einer Weile, gedankenleer aus der messbaren Zeit gefallen, berühre ich im Spiel mit der Natur meine eigene Natur. Leicht und froh steige ich wieder aufs Fahrrad und bin offen für das, was mir der Tag noch schenken mag.

Wilde Früchte des Waldes

Heidelbeer-Genuss pur

Die Welt ist bunt, voller faszinierender Farben. Eine davon ist die der wilden Heidelbeeren, mit deren Saft ich beim Sammeln die Hände in blau-rote Töne tauche. Zwischen den Büschen auf dem feuchten, Moos bedeckten Erdboden stehend, lasse ich die Beeren in meinen Mund perlen und fühle mich verbunden mit der Kraft der unbeschwerten Natur. Nichts ist schwarz oder weiß. Ich schließe die Augen, um mich ganz dem Geschmack der Früchte des Waldes zu überlassen. Goldene Lichtfunken tanzen hinter meinen Lidern durch die Dunkelheit.

Den Frühling berühren

Ich bin.

Die Eichhörnchen jagen sich im Hinterhof ausgelassen einen Baum hoch und hinunter. Eine Amsel singt dazu ihr Morgenlied. Zwei Krähen schauen von einem alten Antennenmast auf die Welt, und der Himmel beginnt sich im Glanz der Sonne in sein unvergleichliches Blau zu färben. Die bewegten Bilder des Neubeginns lösen die Erstarrung.

Wildkräuter wachsen und warten darauf, uns zu stärken und zu nähren. Das lichte Grün der jungen Buchenblätter tauscht sich aus mit meinem Herzen. Vorsichtig streiche ich über den zarten Flaum eines Blattes. Ich berühre den Frühling, und der Frühling berührt mich.

Geschenke ohne Harmonie-Guss

Wir haben mit den Geistern der Wintersonnwende gelacht und gesungen. Leise, denn die Stille wollte sich ausbreiten in uns und um uns herum. Wir haben das Helle begrüßt und der Dunkelheit gedankt. Wir haben unser kleines Licht wieder-entdeckt und etwas davon in die Welt geschickt. Die Geschenke mögen mich durch Weihnachten tragen, mich nicht bange machen lassen vor der unerfüllten Sehnsucht, der auf ein unbestimmtes Morgen vertröstenden Hoffnung, dem klebrigen Harmonie-Guss und dem schmerzvollen Korsett der Christnacht-Friedlichkeit. Nicht beirren lassen von dem ewigen Retter – von wem, vor wem, von was eigentlich?

Das kleine Licht möge leuchten und wachsen und wir im besten Fall die Gemeinschaft ehren und nähren, die uns dieser Tage begegnet, begleitet, umgibt.

Forelle für den Stadtmenschen

Auch Katzen mögen Fisch

„Forellen – 300 Meter“, lese ich auf einem von Hand geschriebenem Schild am Rande der Landstraße. Ich fahre vorbei und drehe um. „Eine Forelle, bitte“, sage ich zu der jungen Frau in der kleinen Hütte im Wald. „Soll ich sie Ihnen ausnehmen?“, fragt die freundlich. Ich zögere einen winzigen Augenblick. „Ähm, ja, bitte“, antworte ich. Sie geht durch die Tür, und ich male mir aus, wie sie einen Fisch aus dem Teich holt, tötet… Die Frau kommt zurück, die Forelle ruht fast unsichtbar in einer Plastiktüte. Ich bezahle. „Danke, tschüss!“, sage ich, „Guten Appetit“, sie, und zurück geht’s in die große Stadt, in der es Fisch schön filetiert im Supermarkt zu kaufen gibt.

Als ich am Abend die Plastiktüte öffne, blicke ich in das tote linke Auge der Forelle. Ich schlucke, lasse das glitschige Tier unter dem Wasserhahn durch meine Hände gleiten und überlege ernsthaft, ob ich den Fisch essen kann. Schließlich liegt er vor mir auf dem Teller. Es ist keineswegs meine erste Forelle, ich liebe Forellen, doch noch nie war mir der Weg vom lebenden Fisch im Teich bis zum gegarten auf dem Esstisch so bewusst. Ich schiebe die Haut vom zarten Fleisch, lege mir ein Stück auf die Zunge, kaue bedächtig – und schmecke…Erde. Sehr langsam verleibe ich mir die Forelle ein. Ich danke ihr und der Göttin für diesen puren, nährenden Genuss.

Frühlingsbegegnung

Freude trifft Freude

Wenn Krokus und Hummel sich begegnen, berühren sie die Herzen und zaubern ein Lächeln ins Gesicht. Die Blumen strahlen Freude, die Hummeln summen sie – die Freude über die wiederkehrende Wärme. Sie sind beide Kinder der unbeschwerten Natur. Die Krokusse wachsen am liebsten auf ungedüngten Almwiesen, die Hummeln genießen den Nektar des Seins.

Mancher Dichter rühmte den Krokus als Lichtgeschenk des Himmels. Ein Farbengeschenk ist er zudem in seiner leuchtenden Buntheit. Mit den Farben lockt er, von seinen Blüten zu naschen. Die Hummel lässt sich gerne beschenken. Ihr Anblick weckt die Sehnsucht nach der Fülle des Sommers. Doch gerade die Hummel lehrt uns, auf das Wunder des Jetzt zu vertrauen.