Hand-eln

Der Mensch will etwas tun – auch gegen die Trockenheit

Die Stadt ist heiß und trocken. Die Bäume brauchen Wasser, denkt sich der Mensch und hand-elt. Mit Intelligenz hat das erst einmal nichts zu tun. Auch die Krähen etwa sind Wesen mit beachtlichen geistigen Fähigkeiten und hüpfen eher unbeteiligt über die im Park ausgelegten Schläuche. Bäume zu gießen, würde ihnen im Traum nicht einfallen. Dass es auf der Erde eine Spezies gibt, deren Vertreterinnen und Vertreter dazu neigen, sich einzumischen, immerwährend tätig sein zu wollen, Neues zu erfinden, zu werkeln, zu gestalten, auf- und abzubauen, einzu-greifen, hat seinen Grund in einem fantastisch vielfältigen Wunderwerkzeug: den menschlichen Händen.

Diese Hände sind zum Erschaffen gemacht – im Feinen wie im Groben. Fragt sich, was aus ihnen und ihren Besitzern wird, wenn sie nur noch Maschinen in Gang zu setzen haben sollten.

Wilde Früchte des Waldes

Heidelbeer-Genuss pur

Die Welt ist bunt, voller faszinierender Farben. Eine davon ist die der wilden Heidelbeeren, mit deren Saft ich beim Sammeln die Hände in blau-rote Töne tauche. Zwischen den Büschen auf dem feuchten, Moos bedeckten Erdboden stehend, lasse ich die Beeren in meinen Mund perlen und fühle mich verbunden mit der Kraft der unbeschwerten Natur. Nichts ist schwarz oder weiß. Ich schließe die Augen, um mich ganz dem Geschmack der Früchte des Waldes zu überlassen. Goldene Lichtfunken tanzen hinter meinen Lidern durch die Dunkelheit.

Das Leben ist ein Fest

Der Holunder strahlt im Licht des Lebens

Frau Holle im Holunder schüttelt ihre weißen Blüten-Sterne aus und zaubert einen unvergleichlich süß-herben Duft übers märchenhafte Frühlingsland. Sie hält die, die zwischen den Welten schweben, absturzgefährdet und fürs Neue bereit. Sie kennt keine Gegensätze – und keine Zeit. Vor allem die Zukunft, die zu beherrschende, gestaltende, ist ihr suspekt, denn sie liebt das Chaos, das Ungeplante, den Zustand sprühender Möglichkeiten jenseits beschränkter Vorstellungskräfte.

„Seelen, die zu sterben fürchten, sie werden niemals leben“: Die Zeilen aus einer deutschen Version des wunderschönen Liedes „The Rose“ könnten von der Göttin im Holunder stammen. Sie, die sich zeigt in den jungen weißen Blüten wie in den rot-schwarzen Früchten und dem knorrigen alten Baum, verbindet den Anfang mit dem Ende in der Spirale des Lebens. Sie lacht über die, die das farbenfrohe Sein auf der Erde zu einem Wettlauf mit der konstruierten Zeit und zum aussichtslosen Kampf gegen den Tod machen wollen. Das Leben als zu planende, zu sichernde, zu verlängernde Frist hat für sie keinen Wert. Das Leben der Frau Holle ist ein Fest voller überraschender Geschenke. Nichts und niemand ist ausgeschlossen. Auch der Tod feiert mit.

Mit der Holunderdame kannst du dich bekannt machen, indem du dich unter einen Strauch setzt und mit dem Duft der Blüten atmest. Mit einer Blütendolde kannst du auch dein Trinkwasser für den Tag aromatisieren.

Geschichten erinnern

Das Rotkehlchen erzählt

Das Lächeln der Vollmondin entwischt dem distanzierten Kamerablick, die Unterhaltung der Rotkehlchen entzieht sich der distanzlosen Teilen-Funktion. Respektvolles Schauen, Hören, Staunen halten den passenden Abstand fernab ersonnener Regeln.

„Mit allen Sinnen be-greifen“ lässt sich in seiner ungeahnten Vielfalt erproben. Dabei offenbaren sich Geschichten über das Land und die, die auf, mit und in ihm leben, die etwa nur die geheimnisvolle Mondin und das kleine Rotkehlchen zu erzählen wissen. Selbst wenn diese Geschichten nicht gleich zu verstehen sind, finden sie ihren Platz im Gedächtnis unserer Körper. Mag sein, dass sie uns auch erinnern an fast Vergessenes im reichen Schatz unserer ureigenen und gemeinsamen inneren Weisheits-Bibliotheken.

All-ein

Was hält dich, wenn scheinbar alles zerbricht?

Ich suchte alles – und fand nichts.

Ich wollte alles wissen – und erkannte, dass ich nichts wusste.

Ich wollte alles begreifen – und ich begriff nichts.

Ich wollte etwas Großes tun – und tat nichts.

Nichts tun. Nichts wissen. Nichts suchen. Nichts.

Ich bleibe allein zurück.

Und lausche

auf mein Herz,

das trommelt

zum Lied der Erde.

Löwenzahn-Kraft

Löwenzahn und Knoblauchrauke

Kinder haben sich eine Natur-Weisheit bewahrt, die wir Erwachsenen uns oft wieder erschließen müssen. Ein bitteres Kraut ist eine ihrer Lieblingsblumen. Spielerisch verbinden sie sich mit der Kraft der Wildpflanze, basteln gelbe Blütenketten, trompeten mit den breiten Stängeln oder bauen mit ihnen Wasserleitungen, verwandeln sich mit Kränzen in Zauberfeen, kleben sich mit dem weißen Milchsaft Gänseblümchen-Schmuck ans Ohr und pusten die silberweißen Samen in die Welt. Kinder sehen das, was ist und machen was daraus.

Den Löwenzahn in den Mund zu nehmen, könnte schon als echte Mutprobe gelten. Furchtbar bitter schmecken Blätter, Stängel, Blüten. Doch auch diese Erfahrung gehört zum Kennen- und Schätzenlernen dazu. Bitter heißt: Geh achtsam mit mir um, ich könnte giftig sein. Der Löwenzahn verlangt, das rechte Maß im Auge zu behalten, denn bitter heißt auch: Ich bin eine starke Medizin. Was uns nicht mehr gut tut, also giftig ist, ist meist eine Frage der Dosis.

Der Löwenzahn will in seiner beeindruckenden Vielfalt wahrgenommen werden. Die strenge Bitterkeit gehört ebenso zu ihm wie die strahlend-gelben Blütensonnen, die robuste Wurzel zeigt seine Qualität wie die zarten Samen. Mit Namen, Aussehen und Geschmack lässt sich schon viel über den Löwenzahn erfahren.

Die US-amerikanische Kräuterkundige Susun Weed hat dem Löwenzahn den Titel Doktor Selbstheilung gegeben. Wildkräuter unterstützen uns dabei, die Verantwortung für unsere Gesundheit in die eigenen Hände zu nehmen. Für die Kontaktaufnahme braucht es nicht viel. Selbst in der Stadt wachsen Löwenzahn und Co. Die einfachste Art des ersten Kennenlernens ist, die Pflanze zu betrachten, zu befühlen und etwas von ihr zu probieren. Es gibt zahlreiche, sehr leckere Rezepte für Speisen mit Wildkräutern. Am einfachsten ist es, sich im Frühling einen frischen Salat zu machen. Es versteht sich von selbst, dass ihr nur die Pflanzen sammelt, die ihr eindeutig bestimmen könnt und dass ihr nur soviel nehmt, wie ihr essen wollt. Es muss nicht viel sein, um sich mit der Pflanze und ihren Kräften anzufreunden.

Nicht selten kommt es vor, dass mir eine bestimmte Pflanze bei meinen Frühlingsspaziergängen immer wieder begegnet. Ich nehme es als Zeichen dafür, dass sie für mich im Moment von besonderer Bedeutung ist. Die Heilkraft der Wildpflanzen hat viele Facetten und Erscheinungsformen, und Doktor(in) Selbstheilung sind sie auf ihre Art alle.

Den Frühling berühren

Ich bin.

Die Eichhörnchen jagen sich im Hinterhof ausgelassen einen Baum hoch und hinunter. Eine Amsel singt dazu ihr Morgenlied. Zwei Krähen schauen von einem alten Antennenmast auf die Welt, und der Himmel beginnt sich im Glanz der Sonne in sein unvergleichliches Blau zu färben. Die bewegten Bilder des Neubeginns lösen die Erstarrung.

Wildkräuter wachsen und warten darauf, uns zu stärken und zu nähren. Das lichte Grün der jungen Buchenblätter tauscht sich aus mit meinem Herzen. Vorsichtig streiche ich über den zarten Flaum eines Blattes. Ich berühre den Frühling, und der Frühling berührt mich.

Kreative Wege der Kommunikation

Kreative Kommunikation erhält und schafft Verbindungen und schenkt dabei mehr Energie als sie verbraucht. Im Vertrauen in die Intuition und in der achtsamen Offenheit für alle Ebenen des Seins finden sich kraftvolle Möglichkeiten des Austauschs und des miteinander Gestaltens. Eine davon ist die Meditation zur Immunstärkung und inneren Klarheit, die Arikka im Rahmen ihres Sofonia-Projekts anbietet. Ich stelle sie euch hier vor. Danke, Arikka, fürs Teilen.

Vorläufig biete ich täglich von 12 bis 12.15 Uhr an, gemeinsam zu meditieren und miteinander ein Feld der Präsenz, der Klarheit und der kollektiven Heilung zu schaffen. In der gemeinsamen Verbindung ist es leichter, Zugang zu finden zur eigenen Schöpfungskraft und zur globalen Gesundung beizutragen.

15 Minuten täglich für deinen eigenen inneren Frieden und zur Immunstärkung ist kein großer Zeitaufwand, aber hat große Auswirkungen.

Es ist möglich auch zu einer anderen Zeit mit zu meditieren, denn letztlich findet Meditation in der Zeitlosigkeit statt! Schöner und oft auch körperlicher fühlbar ist es, auch wirklich zur gleichen, gemeinsamen Zeit zu meditieren.

Medtitationsanleitung

Bitte suche jeweils kurz vor 12 Uhr einen Ort auf, an dem du 15 Minuten wirklich ungestört sein kannst (draußen in der Natur oder im eigenen Garten wäre natürlich besonders schön).

Komm zur Ruhe, atme einige Male tief ein und aus und entlasse mit dem Ausatmen Alles, was sich entbehrlich anfühlt.

Spüre in deinen Körper hinein und führe ihm mit jedem Atemzug frischen Sauerstoff und neue Kraft zu. Spüre, wie sich dein Energiefeld ausdehnt, stabil und kraftvoll wird.

Nimm Kontakt auf mit der universellen Kraft (der Göttin, Gott, der universellen Energie), deinen Helferinnen und Helfern (z.B. Engel und Erdwesen, usw.)

Bitte um Hilfe und Unterstützung für dich selbst, die Weltgemeinschaft der Menschen, alle Lebewesen der Erde und den ganzen Planet Erde.

Erlaube dir, diesen glücklichen Moment tief in dir zu erfahren, dass du ein vitaler, gesunder Teil dieser Erde bist – gemeinsam mit allen anderen Lebewesen. Gib den Überfluss an Energie dorthin, wo er dringend gebraucht wird.

Bedanke dich zum Schluss und nimm Kraft, Gesundheit und Klarheit mit in den Alltag.

Macht und Weiblichkeit

Frauenplatz

Es ist Weltfrauentag. Für Gleichberechtigung, gegen sexuelle Gewalt. Ich setze mich aufs Sofa und erinnere mich an einen alten Platz der Frauenmacht. Meinen Freundinnen fiel ein von Jägern erschossener Singvogel auf den Frühstückstisch, während mein Körper dort mit dem Körper der Erde verschmolz. Erfüllt kehrte ich zurück, sah die Blutspritzer auf den Kleidern der anderen und wähnte mich in einer fremden Welt. Trotz gleicher Rechte und der Aussicht auf gleiche Bezahlung.

Wahrhaftige Veränderungen verweisen wir gerne ins Reich der Fantasie. Doch Träume und Visionen bekommen mitunter eine überraschende Lebendigkeit. Also träume ich einfach von Gleichberechtigung jenseits des Patriarchats und ergründe, wie damals auf der Insel der Priesterinnen und der Vogeljäger, meine Weiblichkeit.

Was bedeutet Frau sein, wenn ich einmal über meine angenommenen Glaubensmuster hinausblicke? Was heißt weiblich, wenn ich den geschichtlichen und gesellschaftlichen Missbrauch dieses Wortes und seiner Inhalte beiseite schiebe? Ich ertaste meinen Körper, denn der ist unmissverständlich weiblich. Was sind ur-weibliche Eigenschaften, Kompetenzen, Gestaltungsmöglichkeiten – auch für und bei Männern? Ich tauche nach meinen tiefsten Sehnsüchten und komme so der Antwort auf den Grund.

Verborgen in Veränderung

Wirklich unwirklich

Der Nebel glättet die Kanten und verwischt die Konturen, im Regen zerfließen die Strukturen und verschwimmen die Schärfen. Das Außen erscheint irreal, verborgen in Veränderung begriffen und kaum zu er-fassen. Worüber streiten wir uns? Was gibt es zu tun? Fragen bleiben unbeantwortet, Entscheidungen ungetroffen. Die Erde ruft nach Beachtung, nach Verwurzelung, nach sinnlichem Wahr-nehmen. Im Vagen bereitet sie den Weg zu innerer Klarheit. Mit ihrer Unterstützung unter den Füßen, im Bauch und im Herzen übe ich mich im Wünschen. Nicht den Porsche, den nächsten Urlaub oder den besseren Job. Ich suche zu ergründen, wofür mein Licht wirklich und wahrhaftig brennen will.

Die Kelten feierten in dieser Zeit Imbolc, das Fest der Brigid, Göttin der Inspiration und des ersten Lichtfunkens, der die Vision für das Wiedererwachen nach der Dunkelheit nährt. Die Christen segnen Kerzen, und auch sie ehren die alte Göttin des Lebens, in Gestalt von Maria. Alles ruht noch im Schoß von Mutter Erde, auch die Träume, Wünsche und Visionen. Bis sie als kleines Lichtlein aufsteigen und in die Welt gebracht werden wollen. Ganz behutsam und geschützt, denn noch pfeifen die eisigen Winde über sie, und der kalte Frost prüft ihre Beständigkeit.