Visionen nähren

Im Zwitschern der Vögel löst sich die eisige Stille auf. Die Raunacht-Träume verweben sich mit dem Tun und Fühlen im Alltag. Mit den Geschenken der Zeit zwischen den Jahren im Gepäck können wir achtsam und respektvoll beginnen, unsere Visionen für uns und für die Welt in der unterstützenden Geborgenheit von Mutter Erde zu nähren. Die Neumondin lädt ein zu tiefer Heilung und Veränderung.

Heilung erträumen

Jupiter und Saturn kommen sich näher

Wir sind eingebunden in ein für(uns)sorgendes Universum. Dem Mysterium von Sonne, Mond, Erde und Sterne können wir uns vertrauensvoll hingeben, sodass endlich Heilung tiefer Wunden geschehen kann. Die Natur schlägt den Rhythmus und singt die Lieder abseits von gut und böse, falsch und richtig. Das Abenteuer des wildweisen Seins beginnt in unseren kühnsten Träumen.

Susann von Wolff schreibt in ihrer aktuellen Zeitqualität über die Herausforderungen und Chancen der besonderen astrologischen Konstellation der kommenden Tage, die in die nahe Zukunft wirken wird.

Hinabtauchen und aufstehen

Göttinnen-Graffiti

Die schwarze Göttin, gekrönt mit dem silbern-funkelnden Mondinnen-Zauberhut, lädt mich freundlich-bestimmt ein, hinabzutauchen in den Brunnen meiner Kraftquellen. Sie ruft mir hinterher, meine in sich öffnenden Muscheln ruhende Perlen zu finden und sie aufzufädeln auf eine goldene Schnur. Sie hilft mir, aufzutauchen, mich vorsichtig aufzurichten, die bunte Kette anzulegen und in meiner Schönheit für die Erde zu stehen.

Herbst-Neu-Mondin

Sich an den Geschenken des Lebens freuen, ist ein starker Schutz fürs Immunsystem

Das Eichhörnchen flitzt über die Straße,

die Sittiche schütteln uns die letzten Walnüsse vom Baum.

Frau Mondin verschwindet

und webt im Dunklen feine Schutzhemden

für die Herzen, die sich ihr öffnen.

Für die anderen ebenso.

Die Erde zieht sich zurück

und braut in ihrem unsichtbaren Kessel

den Zaubertrank für das, was wachsen will.

Es ist Herbst.

Zeit, das Neue zu erträumen.

Herzensfeuer

Wildweiser Sprung

übers Herzensfeuer

im Glutlicht der prallen Mai-Mondin.

Für die Liebe und die Wut,

für die Zweifel und das Vertrauen,

für die Vielfalt und die Einzigartigkeit,

für die Trauer und die Freude,

für den Mut und die Demut…

Der Fülle Platz machen

Wenn im Außen wenig zu klappen scheint, sich Unzufriedenheit einschleichen und Ungeduld breit machen will, lohnt ein Blick in den klaren Nachthimmel. Sternschnuppen laden ein zum Wünschen, und mit der schwindenden Mondin ist das vertrauensvolle Loslassen einfacher als das angstvolle Festhalten. Was bleibt, ist, für die Fülle, Freude und Sinnlichkeit Platz zu schaffen.

Geschichten erinnern

Das Rotkehlchen erzählt

Das Lächeln der Vollmondin entwischt dem distanzierten Kamerablick, die Unterhaltung der Rotkehlchen entzieht sich der distanzlosen Teilen-Funktion. Respektvolles Schauen, Hören, Staunen halten den passenden Abstand fernab ersonnener Regeln.

„Mit allen Sinnen be-greifen“ lässt sich in seiner ungeahnten Vielfalt erproben. Dabei offenbaren sich Geschichten über das Land und die, die auf, mit und in ihm leben, die etwa nur die geheimnisvolle Mondin und das kleine Rotkehlchen zu erzählen wissen. Selbst wenn diese Geschichten nicht gleich zu verstehen sind, finden sie ihren Platz im Gedächtnis unserer Körper. Mag sein, dass sie uns auch erinnern an fast Vergessenes im reichen Schatz unserer ureigenen und gemeinsamen inneren Weisheits-Bibliotheken.

Zeit des Unsichtbaren

Ahnenbäume

Schwarzmondin, Fest der Dunkelheit. Loslassen, ins Unsichtbare fallen. Die weise Alte wartet auf Zutaten für den magischen Trank, den sie im Kessel der Transformation braut. Es gibt nichts zu tun, außer das Gefäß zu füllen. Mit unseren Mustern und unseren Träumen, mit unseren Wünschen und unserem Schmerz, mit unserer Todesangst und unserer Lebensfreude. Alles versinkt im Verborgenen, im Nicht-Wissen, im Geborgenen, im Meer der Erinnerung. Die Erde gibt ihr Salz dazu, das Feuer einen tiefroten Wein, das Wasser die Tränen der Kinder und die Luft den Atem der Ahnen. „Vertraue“, flüstert die Alte. Was kommen mag, köchelt leise dort, wo das Neue entsteht: in der Leere des kreativen Chaos. Unsichtbar. Für eine Weile.

Aufwachen aus dem (Winter-)Schlaf

Am Abend vor Vollmond

Die Vögel zwitschern den Frühling herbei, die Sonne wärmt Körper und Seele. Sehr müde noch, irgendwie durcheinander, nehmen wir die Aufforderung wahr, uns zu recken und zu strecken. Am Ende des langen Sommers fiel das Zur-Ruhe-Kommen schwer, jetzt ist es das Nach-Außen-Treten. In den Zeiten der Übergänge sind wir am verletzlichsten – und am offensten. Das Aufwachen aus dem (Winter-)Schlaf braucht eine liebevolle Begleitung.

Der Vollmond ist heute ein Supermond, weil er der Erde sehr nah steht. Im Januar war’s ein Blutmond. Die Mondin selbst leuchtet klar, sanft und mit einem Augenzwickern. Nennt mich wie ihr wollt, ich bin wie ich bin. Er/sie steht im Sternzeichen Jungfrau. Als große Heilerin vermag die Jungfrau das, was gerade schmerzt, zu benennen und zu überwinden helfen. Die Kraniche kommen mir wie ihre gefiederten Helfer vor. Das harmonische Miteinander auf ihrem Flug gen Norden und ihre sehnsuchtsvollen Rufe tragen mich in eine Welt der Herzenswärme.