Sommersonnwende

Das Johanniskraut speichert das Sommersonnenlicht

Die Fülle stößt auf die Angst
und will sie behutsam in den Arm nehmen.
Die Angst will nicht gekuschelt werden.
Die Fülle geht auf Abstand.
Und bleibt. Weil sie ist.

Die Leidenschaft trifft auf die Traurigkeit
und will sie zum Tanzen bringen.
Die Traurigkeit will ihre Ruhe.
Die Leidenschaft geht auf Abstand.
Und bleibt. Weil sie gebraucht wird.

Herzensfeuer

Wildweiser Sprung

übers Herzensfeuer

im Glutlicht der prallen Mai-Mondin.

Für die Liebe und die Wut,

für die Zweifel und das Vertrauen,

für die Vielfalt und die Einzigartigkeit,

für die Trauer und die Freude,

für den Mut und die Demut…

Kreative Wege der Kommunikation

Kreative Kommunikation erhält und schafft Verbindungen und schenkt dabei mehr Energie als sie verbraucht. Im Vertrauen in die Intuition und in der achtsamen Offenheit für alle Ebenen des Seins finden sich kraftvolle Möglichkeiten des Austauschs und des miteinander Gestaltens. Eine davon ist die Meditation zur Immunstärkung und inneren Klarheit, die Arikka im Rahmen ihres Sofonia-Projekts anbietet. Ich stelle sie euch hier vor. Danke, Arikka, fürs Teilen.

Vorläufig biete ich täglich von 12 bis 12.15 Uhr an, gemeinsam zu meditieren und miteinander ein Feld der Präsenz, der Klarheit und der kollektiven Heilung zu schaffen. In der gemeinsamen Verbindung ist es leichter, Zugang zu finden zur eigenen Schöpfungskraft und zur globalen Gesundung beizutragen.

15 Minuten täglich für deinen eigenen inneren Frieden und zur Immunstärkung ist kein großer Zeitaufwand, aber hat große Auswirkungen.

Es ist möglich auch zu einer anderen Zeit mit zu meditieren, denn letztlich findet Meditation in der Zeitlosigkeit statt! Schöner und oft auch körperlicher fühlbar ist es, auch wirklich zur gleichen, gemeinsamen Zeit zu meditieren.

Medtitationsanleitung

Bitte suche jeweils kurz vor 12 Uhr einen Ort auf, an dem du 15 Minuten wirklich ungestört sein kannst (draußen in der Natur oder im eigenen Garten wäre natürlich besonders schön).

Komm zur Ruhe, atme einige Male tief ein und aus und entlasse mit dem Ausatmen Alles, was sich entbehrlich anfühlt.

Spüre in deinen Körper hinein und führe ihm mit jedem Atemzug frischen Sauerstoff und neue Kraft zu. Spüre, wie sich dein Energiefeld ausdehnt, stabil und kraftvoll wird.

Nimm Kontakt auf mit der universellen Kraft (der Göttin, Gott, der universellen Energie), deinen Helferinnen und Helfern (z.B. Engel und Erdwesen, usw.)

Bitte um Hilfe und Unterstützung für dich selbst, die Weltgemeinschaft der Menschen, alle Lebewesen der Erde und den ganzen Planet Erde.

Erlaube dir, diesen glücklichen Moment tief in dir zu erfahren, dass du ein vitaler, gesunder Teil dieser Erde bist – gemeinsam mit allen anderen Lebewesen. Gib den Überfluss an Energie dorthin, wo er dringend gebraucht wird.

Bedanke dich zum Schluss und nimm Kraft, Gesundheit und Klarheit mit in den Alltag.

Weiter atmen

Frische Luft!

Ich atme ein, und ich atme aus, antwortet eine Freundin gerne auf die Frage, wie es ihr gehe. In atemlosen Zeiten ist es hilfreich, unserem ersten und wichtigsten Lebensimpuls Aufmerksamkeit zu schenken. Luisa Francia beschreibt in ihrem Internet-Tagebuch sehr schöne Atemübungen, die ich mit ihrem Einverständnis weitergebe. Danke, Luisa.

Bleib entspannt und überfordere dich nicht. Schau spontan, welche Übung für dich passt – an diesem Tag, für diese Woche, hin und wieder. Und probiere sie spielerisch aus. Lachen ist besser als sich ärgern, wenn’s nicht gleich klappt.

Hier also sind Luisa Francias Atemübungen:

wechselatmung: zeigefinger und mittelfinger der rechten hand in die mitte der stirn aufsetzen, mit dem rechten daumen das rechte nasenloch zuhalten und links vollständig ausatmen und einatmen, dann wechseln, ringfinger und kleiner finger halten das linke nasenloch zu, vollständig rechts ausatmen und einatmen. und wechseln. hin und her im eigenen rhythmus. das hilft nicht nur die lunge fit zu halten, sondern putzt auch das hirn.

steh mit den knien leicht eingebeugt am fenster oder wenns geht draussen irgendwo. heb die arme weit über den kopf beim einatmen, im ausatmen umarme den mond in einem weiten kreis, einatmen schöpfe wasser mit den händen (bis zur brust) ausatmen: die hände sinken lassen.

eine schöne atemübung auf der matte, auf dem sofa oder im bett. leg auf dem rücken liegend eine gerollte decke unter die knie und leg die hände auf den unteren bauch. beobachte die atmung durch das heben und senken der hände. nach einer weile leg die hände auf die unteren rippenbögen und nimm den atem wieder über die hände wahr. atme ruhig und genüsslich. wieder nach einer weile leg die hände unter die schlüsselbeine und nimm auch hier den atem über das heben und senken der hände wahr.

steh in einer art towartstellung, knie gebeugt, hände knapp über den knien, streck den hintern raus und zieh bauch und oberkörper in ein hohlkreuz (mit aufgestützten händen ist das für den rücken okay) atme aus und mach einen katzenbuckel und zieh den nabel fest in richtung wirbelsäule, also den bauch nach innen. wiederhole das so oft du magst. schliesse die übung ab, indem du dich gründlich schüttelst.

bequem sitzen. wenns geht in der frischen luft draussen oder vor dem fenster. Einatmen, die arme hoch über den kopf heben und die handflächen zum himmel öffnen, ausatmen die hände über die brust legen, dann die handflächen vor dem brustbein zusammenlegen und mehrmals tief und genüsslich atmen, lockere fäuste machen und das brustbein klopfen. hände in den schoß legen /ha! endlich!/ und das ganze von vorn.

die übung könnt ihr auf einem stuhl machen: fußsohlen fest am boden, aufrecht sitzen, nabel leicht nach innen ziehen. einatmen die arme in schulterhöhe leicht angewinkelt nach hinten ziehen, ausatmen vor der brust kreuzen, sodass die ellbogen übereinander sind. ein paarmal hin und her. dann könnt ihr euch am stuhl festhalten, hebt mit dem einatem die beine vom boden und öffnet sie, mit dem ausatem vor dem körper kreuzen, paarmal tief atmend hin und her. zum schluss die schultern schütteln und mit den füssen auf den boden trommeln.

Verborgen in Veränderung

Wirklich unwirklich

Der Nebel glättet die Kanten und verwischt die Konturen, im Regen zerfließen die Strukturen und verschwimmen die Schärfen. Das Außen erscheint irreal, verborgen in Veränderung begriffen und kaum zu er-fassen. Worüber streiten wir uns? Was gibt es zu tun? Fragen bleiben unbeantwortet, Entscheidungen ungetroffen. Die Erde ruft nach Beachtung, nach Verwurzelung, nach sinnlichem Wahr-nehmen. Im Vagen bereitet sie den Weg zu innerer Klarheit. Mit ihrer Unterstützung unter den Füßen, im Bauch und im Herzen übe ich mich im Wünschen. Nicht den Porsche, den nächsten Urlaub oder den besseren Job. Ich suche zu ergründen, wofür mein Licht wirklich und wahrhaftig brennen will.

Die Kelten feierten in dieser Zeit Imbolc, das Fest der Brigid, Göttin der Inspiration und des ersten Lichtfunkens, der die Vision für das Wiedererwachen nach der Dunkelheit nährt. Die Christen segnen Kerzen, und auch sie ehren die alte Göttin des Lebens, in Gestalt von Maria. Alles ruht noch im Schoß von Mutter Erde, auch die Träume, Wünsche und Visionen. Bis sie als kleines Lichtlein aufsteigen und in die Welt gebracht werden wollen. Ganz behutsam und geschützt, denn noch pfeifen die eisigen Winde über sie, und der kalte Frost prüft ihre Beständigkeit.

Frei für die Vision

Wasser reinigt und bringt ins Fließen, nicht immer auf die sanfte Art.

Der prasselnde Strahl aus dem Duschkopf, das umhüllende Wasser in der Badewanne, das Eintauchen in einen kalten Wintersee, ein vom Wind begleiteter Spaziergang, fließend tanzen, sich fallenlassen in die Leere: Es tut gut, sich von blockierenden Gedanken und Handlungen zu reinigen, bevor die Vision aufleuchten kann – an Lichtmess, Imbolc, wie immer du das Jahreskreisfest Anfang Februar nennen willst. Doch hilft es nicht, dabei in dualen Mustern hängenzubleiben und sich alles Negatives fort zu wünschen. Reinigen heißt für mich, den Blick freizumachen auf die Vision, die gesehen werden will, und das, was dabei hinderlich sein könnte, nicht einfach nur beiseitezuschieben, sondern ihm einen angemessenen Platz im eigenen Leben einzuräumen.

Damit das Neue eine Chance hat, will es vielleicht einmal mit anderen Gedanken und Handlungen erschaffen werden. Eine Vision kommt da schon auf bei mir: ungewöhnliche Wege zu finden und zu gehen.

Geschenke ohne Harmonie-Guss

Wir haben mit den Geistern der Wintersonnwende gelacht und gesungen. Leise, denn die Stille wollte sich ausbreiten in uns und um uns herum. Wir haben das Helle begrüßt und der Dunkelheit gedankt. Wir haben unser kleines Licht wieder-entdeckt und etwas davon in die Welt geschickt. Die Geschenke mögen mich durch Weihnachten tragen, mich nicht bange machen lassen vor der unerfüllten Sehnsucht, der auf ein unbestimmtes Morgen vertröstenden Hoffnung, dem klebrigen Harmonie-Guss und dem schmerzvollen Korsett der Christnacht-Friedlichkeit. Nicht beirren lassen von dem ewigen Retter – von wem, vor wem, von was eigentlich?

Das kleine Licht möge leuchten und wachsen und wir im besten Fall die Gemeinschaft ehren und nähren, die uns dieser Tage begegnet, begleitet, umgibt.

Gestaltwandel

Wild und närrisch durch die dunkle Zeit

Sankt Martin trifft die Närrin.

„Du hast einen schönen warmen Mantel“, sagt die Närrin.

„Du trägst ein herrlich buntes Gewand“, erwidert Sankt Martin.

„Lass uns tauschen!“, ruft die Närrin.

Und schon legt sie sich den Mantel über und wirft Martin ihren Rock zu.

Der heilige Mann springt vom Pferd und tanzt ausgelassen mit der wilden Frau,

bis diese ganz ernst wird und besinnlich dreinschaut.

Sankt Martin beginnt lauthals zu lachen, und die Närrin lacht mit.

Gestaltwandelnd tauchen sie ein in mythische Zeiten, in denen alles möglich war.

Träumend überschreiten sie Grenzen, hinter denen alles richtig ist.

Frei betreten sie einen Raum zwischen den Welten, in dem sie alles verstehen können.

Was war, was ist und was sein wird verschmilzt,

Ordnung und Chaos wirbeln verrückt durcheinander.

Eine Krähe schnappt sich von der Bühne eine rote Pappnase

und torkelt als Clown in die nächste Kneipe.

Der Löwe brüllt für das Sein

Die Schnitterin geht über die Wiese und schneidet die Heilkräuter. Auf dem Feld holt sie die erste Ernte ein. Die Sense, die sie führt, bringt den Tod, der das Leben nährt. Ohne den klaren Schnitt verderben die herangereiften Früchte. Ein heißer Sommerwind wirbelt die Blätter auf, die ausgedörrt auf dem trockenen Boden liegen. Die Angst vor der Veränderung will sich von den Köpfen in unsere Körper ausbreiten. „Ich feiere das Leben“, brüllt der Löwe dazwischen, „weil ich genau dazu auf der Erde bin!“ Wie die Schnitterin nimmt er das, was ist und das, was er braucht. Nicht weniger, nicht mehr, in klarer Entschiedenheit.

Entschiedenheit heißt weder für die Schnitterin noch für den Löwen, mit Scheuklappen, nur die eigenen Interessen im Blick, über die Erde zu wüten. Entschiedenheit heißt für sie, sich für das Sein zu entscheiden. Der Löwe in jeder und jedem von uns sagt majetätisch: „Ich bin“ und gibt sich dem in unerschütterlichem Optimismus hin. Egal, wer oder was du sonst noch bist. Und egal, ob du im Moment überhaupt weißt, wer du bist.

Es ist genug

Sommersonnwend-Energie

Sommersonnwende, alles ist da. Auch all unsere Schmerzen und das klare Nein zu all dem, was die Erde, die Tiere, Pflanzen und Menschen verletzt, bedroht, missachtet. Licht und Dunkel begegnen sich. Wir feiern die Fülle und schreien unsere Wut hinaus. Es ist genug.