Neue Botschaften für den Kopf

„Das Kommende lässt sich nicht sagen. Erst, wenn es da ist, findet es die Sprache, sich selbst zu benennen“, sagte einmal die weise Schamanin Ute Schiran. Unser Gehirn ist auf vielerlei Arten mit unseren anderen Körperteilen verbunden. Vielleicht steht es an, dem Verstand vom Bauch und vom Schoß, von den Augen und den Händen, von der Leber und der Galle neue Signale zu schicken, die er zur gegebenen Zeit übersetzen kann. Also lernen wir jetzt, da der Worte zuviel und zu wenig sind, unseren Körper besser kennen. Was wünscht sich das Herz, welche Bedürfnisse hat der Darm, was tut den Füßen gut. Was bringt unsere Hüften zum schwingen und unsere Nase zum sich öffnen. Wie lachen unsere Augen und schmeckt unser Mund…

Lachen, fauchen, genießen

Die Schafgarbe erhebt sich stolz und strahlend in großer Gemeinschaft. Die Esche steht unerschütterlich in sattgrüner Wiese. Die feinen Flügel der Hummel glänzen im Licht der Sonne. Das Rotkehlchen hüpft neugierig durch die Küche und schaut mich fragend an. Dies sind Begegnungen eines Vormittags, klein und bedeutend, die mich heraus und hinauf tragen. Ich sehe die Welt so von einem besonderen Über-Blickpunkt. Es ist Hoch-Sommer, Zeit der Löwin. Stark, wild, frei kennt und genießt sie die Geschenke der Erde. Und schützt sie mit einem leisen Knurren, einem lauten Fauchen oder einem ansteckenden Lachen.

Apfel, Fünfstern und Beltane

Es gibt Menschen, die einen Apfel quer aufschneiden, um vor dem Verzehr ein besonderes Zeichen der Gesundheit und der Erkenntnis zu Gesicht zu bekommen. Im Kerngehäuse der hoch geschätzten Frucht ist das Pentagramm zu erkennen. Der fünfzackige Stern zeigt sich auch in den Blüten. Diese öffnen sich gerade, kurz vor dem Jahreskreisfest der Sinnlichkeit, in ihrem reinen Weiß durchmischt mit karminrotem Rosenrot.

Himmel und Erde kommen sich nahe, alles fließt ineinander, alles ist miteinander verbunden: der Apfel mit dem Pentagramm, das Pentagramm mit dem Fest Beltane, Beltane mit der Venus, die Venus mit dem Fünfstern, der Fünfstern mit dem Apfel… und alles mit dem Erkennen der Lebensenergien.

An Beltane, in der Nacht zum ersten Mai feiern wir die unbändige Feuerkraft, auch die eigene. Der Winter mit Frost und Schnee ist endgültig vorbei, die Sonne lockt die Früchte der Erde und die Menschen nach draußen. Die Natur versorgt uns wieder üppig, die Tage sind lang und hell.

Hell leuchtet auch die Venus. Ihr Strahlen ist selten zu übersehen, sie ist der Morgen- und der Abendstern. Der Apfel ist die Frucht dieser berührenden, vereinigenden, liebenden, sinnlichen, lebenserhaltenden Göttin. Im kosmischen Tanz der Venus erscheint wie im Apfel der Fünfstern. Bei ihrer Bewegung um die Sonne trifft sich die Venus immer wieder an genau denselben fünf Punkten mit der Erde. Die beiden zeichnen so im Weltall ein unsichtbares Pentagramm.

Das Pentagramm bildet eine ungebrochene Linie, die ohne abzusetzen endlos überzeichnet werden kann. In der Tradition der weisen Frauen stehen seine Spitzen für die vier Elemente und die Geistin. Es schafft den (Schutz-)Raum für freie Entfaltung und Wandlungsfähigkeit. Hier schließt sich der Kreis zum Apfel: Sein Baum ist eine Quelle der Erkenntnis.

Mit dem Körper Zwiesprache halten

Auch Farben unterstützen uns. Gelb – hier das der Sumpfdotterblume – schenkt uns das Gefühl von Licht, Leichtigkeit und Zuversicht. Nähre deine Seele mit den Farben des Frühlings.

Hilflosigkeit, Angst und Verzweiflung begleiten uns in diesen Zeiten großer Verunsicherung. Sie wollen an die Hand genommen werden von Eigenmacht, Selbst-Bewusstsein und Hingabe. Wir haben zahlreiche Möglichkeiten, uns auf allen Ebenen zu stärken, den Kontakt zu halten zur Natur, zu unseren Mitmenschen, zu unserer Essenz und Lebendigkeit, zu unserem Körper. Avesta, Mitbegründerin des Frauenbildungszentrums Arkuna, schlägt zum Beispiel vor eine

Meditation für unser Immunsystem

Ausgangspunkt:
Mutter Natur hat uns vorzüglich mit allem ausgestattet, was wir für ein gesundes Leben brauchen. Auch dann, wenn wir an der einen oder anderen Stelle eine körperliche Beeinträchtigung haben oder wenn wir aktuellen Coronastress erleben, sind wir dennoch mit einem im Prinzip widerstandsfähigen Körper und mit einem innovativen Immunsystem beschenkt worden.

Unser Körper hilft uns am liebsten beim Gesundbleiben oder Gesundwerden, wenn wir Zwiesprache halten mit ihm. Es ist medizinisch nachgewiesen, wie wirksam wir uns selbst in Zeiten des Stresses unterstützen können, wenn wir mit unserem Körper kommunizieren. Es ist nachgewiesen, und sogar mit einem Medizinnobelpreis geehrt worden, dass unsere Zellen unseren Gedanken lauschen. In diesem Sinn möchte ich dich zu einem Zuwendungsakt zu deinem Körper und deinem Immunsystem einladen.

Sitzen (oder liegen), bewusst spüren, atmen …

Wende dich deinem Knochengerüst zu, deinen Knochen und Knochenmark, das wunderbare Bestandteile vom Immunsystem erschafft, die weißen Blutkörperchen mit ihren T-Helferzellen.

Spüre deine Knochen und stelle dir ihre Aktivität vor: wie sie dauernd neue T-Helferzellen erschaffen, die Viren und Bakterien aufspüren, aufessen und verwandeln. Deine T-Helferzellen sind andauernd damit beschäftigt, dich gesund zu halten. Spüre das und schicke ein warmes Gefühlt an deine Knochen, das Mark und die T-Helferzellen.

Dann wende dich deiner Milz zu, die inmitten des Oberbauches sitzt. Sie unterstützt fortwährend das Knochenmark im Aufspüren und verwandeln von allem, was uns schaden könnte. Sie erschafft auch wunderbare Abwehrzellen, die Dir helfen, gesund zu bleiben, egal mit was du umgeben bist. Spüre und anerkenne sie.

Nun bedenke deine Thymusdrüse mit deiner Zuwendung: sie ist genau in der Mitte hinter dem Brustbein, ein Stück unterhalb der Kehle. Die Thymusdrüse erschafft deine Lymphozyten, mit denen dein Immunsystem alle Erreger in deinem Körper aufspürt, die dir schaden. Die Lymphozyten fressen fremde Invasoren einfach auf, und helfen dir dabei, mit Infektionen fertig zu werden. Schicke diesen deinen Körper fortwährend durchstreifenden Lymphozyten wohlwollende Gedanken…

Und nun wende dich deinem Bauch zu, deinem Darm, der mit seinem reichlichen Lymphgewebe auch fortwährend damit befasst ist, dich zu unterstützen. Auch dein Lymphsystem arbeitet Tag und Nacht daran, dass du gesund bist oder wieder gesund wirst. Spüre dein Lymphsystem im Bauch, stelle es dir vor in deinen Gelenken, wie es dich fortwährend durchströmt und alles mit nimmt, was nicht zu dir gehört. Schicke liebevolle Gefühle zu deinem Lymphsystem.

Und nun wende dich nochmals deinem Körper als ganzem zu, und vergegenwärtige dir, mit welcher Treue und mit welcher Kraft er dir täglich dient, dich schützt, dich gesund erhält. Oder dir verlässlich auch kranke Phasen durchzustehen hilft.

Spüre Dankbarkeit für diese Basis deines Lebens, die dich trägt.

Lass deinen Dank durch dein Knochenmark strömen und durch dein Lymphsystem, in deinem Bauch und durch deine Milz, durch deinen ganzen Körper.

Spüre dankbar deine Widerstandsfähigkeit. Spüre die wunderbare Kraft deines Körpers. Er tut alles dafür, dass du weiterhin gesund bist oder wieder gesundest, wenn dir Krankheitserreger zusetzen. Danke ihm dafür.

Denke daran: Alle deine Zellen lauschen auf deine Gedanken. Sie reagieren auf Zuwendung.

Komme zurück …

Vielen Dank fürs Teilen, Avesta.

Das Abenteuer Zuhause

Die ersten Krokusse vor der Haustür entdecken

Die Kraniche ziehen weit oben am Himmel in beeindruckenden Formationen gen Norden. Ihre Rufe locken mich seit Tagen ans Fenster. Wehmütig schicke ich ihnen einen frühen Frühlingsgruß hinauf. Ein paar Etagen tiefer zwitschert mir ein Meisen-Pärchen ins Ohr. Auch sie wollen beachtet werden, ganz besonders sie. Während die Kraniche nur für kurze Momente zu meiner Alltagswelt gehören, werden mich die Meisen durchs Jahr begleiten. Sie sind Teil des Ortes, an dem ich heimisch sein will. Also gehe ich hier auf Reise und Spurensuche, entdecke die Krokusse und die Schneeglöckchen, höre das Gras im Park wachsen, sauge bald das zarte Grün mit den Augen und die ersten Blütendüfte mit der Nase auf, beobachte die Tauben, die sich im hauseigenen Efeu ein Nest bauen und freue mich über die frisch gepflanzten Hyazinthen der Nachbarin.

„Es genügt nicht allein, ,die Natur zu lieben‘ oder ,in Harmonie mit Gaia leben‘ zu wollen. Unsere Beziehung zur natürlichen Welt findet an einem Ort statt, und sie muss auf Information und Erfahrung begründet sein“, schrieb Gary Snyder in seinem Buch „Lektionen der Wildnis“. Für indigene Völker war und ist die Verbundenheit mit einem Ort selbstverständlich, ja sinngebend. Ohne diese Verwurzelung verliert für sie das Leben an Bedeutung und Orientierung.

Vielleicht willst auch du dich jetzt mit den Tieren, Pflanzen, Menschen, Steinen, Böden, Winden, Wassern… deiner Umgebung vertrauter machen. Das kannst du ganz einfach bei Spaziergängen tun. Schau mit offenen Augen und offenem Herzen, wer und was dir begegnet, wer hier außer dir noch zuhause ist.

Susanne Fischer-Rizzi hat ein schönes Buch geschrieben über die Möglichkeiten des Wieder-Heimisch-Werdens. „Das Geheimnis deines Ortes“ heißt es.

Die Kraniche auf ihrem Weg nach Norden vorbeiziehen sehen

Den Boden bewegen

„Die größte Kraft ist deine Fantasie“

„Unter dem Pflaster liegt der Strand“, heißt ein Lied aus den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Wenn ich über den Asphalt der Stadt gehe, ist es mir manchmal so, als ob ich federnd versinkend auf Sand gehen würde, als ob der Boden mich und ich den Boden bewegte. Die fein zerriebenen Steine, die zermahlenen, zerkauten, zertretenen Blätter, Blüten, Samen und Zweige, die toten Tiere, von kleinen Lebewesen gewandelt und zu Humus geworden, kitzeln meine Fußsohlen und schwingen durch meinen Körper. Weil ich Erde bin, kann ich die Erde überall spüren – auch ohne die hinderlichen Pflastersteine gleich aus dem Sand reißen zu müssen.

*Das Lied, immer aktuell, stammt von der Frauengruppe „Schneewittchen“. Angi Domdey, die es geschrieben hat, nannte es ein „Emanzipationslied nicht nur für Frauen“.

Fühlen

In die Ruhe und Geborgenheit der Höhle scheint Licht.

Verheddert im wirren Zahlen-Netz,

versinkend im unverdaulichen Fakten-Salat,

verliere ich meine Kraft,

fällt es mir schwer zu atmen,

lähmt mich meine Wut.

Ich verstehe nichts.

Ich kann nichts erklären,

obwohl ich es doch können müsste

in dieser Welt des Beherrschens.

Verwoben im Netz der abenteuerlichen Vielfalt,

getragen vom Meer der reinen Empfindungen,

finde ich meine Macht,

kann ich frei atmen,

bewegt mich meine Freude.

Ich verstehe alles.

Ich kann fühlen,

weil ich nichts erklären können muss

in dieser Welt des Seins.

Die Erde ist freundlich

Das Leben ist Beziehung: die des Ahorns zu den Schneeflocken, die sich in den Zweigen sammeln, die des Gimpels zu der Brennnessel, von der er die Samen pickt, die von mir zu dem Winterwind, der sanft auf meine Wangen sticht. Das Leben ist Austausch: zwischen Mensch und Mensch, Tieren und Pflanzen, Sternen und Steinen, Viren und Bakterien und aller untereinander. Das Leben ist Schenken und Beschenkt werden: aller für alle, jede für jeden. Erde und Universum sind freundlich und freigiebig. Wir als Teil davon eigentlich auch.

Heilung erträumen

Jupiter und Saturn kommen sich näher

Wir sind eingebunden in ein für(uns)sorgendes Universum. Dem Mysterium von Sonne, Mond, Erde und Sterne können wir uns vertrauensvoll hingeben, sodass endlich Heilung tiefer Wunden geschehen kann. Die Natur schlägt den Rhythmus und singt die Lieder abseits von gut und böse, falsch und richtig. Das Abenteuer des wildweisen Seins beginnt in unseren kühnsten Träumen.

Susann von Wolff schreibt in ihrer aktuellen Zeitqualität über die Herausforderungen und Chancen der besonderen astrologischen Konstellation der kommenden Tage, die in die nahe Zukunft wirken wird.

Heimat(en)

Der Flug der Kraniche

11.11. Verwandlung

vollzieht sich im Stillen.

Ich schmücke mich mit fremd-vertrauten Federn.

Lasse mich im Kranichgewand von der Windin tragen.

Verkünde wehmütig meine Reise

ins glitzernde Land der Herzens-Wärme.

Begleitet von meiner großen Familie.

Im Vertrauen folgend.

Im Wissen führend.

Ich fliege im freien Flug zu den Sternen.

Kehre zurück.

Lasse mich im Menschengewand von der Erde tragen.